Ziele der Waldorfschulen (Waldorf-Pädagogik)
In der Waldorf-Pädagogik bzw. dem Waldorf Konzept besteht das oberste Ziel in der ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. Gefördert werden sollen die intellektuell-kognitiven Fähigkeiten, die künstlerisch-kreativen sowie die praktisch-handwerklichen Fähigkeiten. Eine reine Wissensvermittlung ist ausdrücklich zu vernachlässigen.
Zudem sollen die Schüler in den Waldorfschulen nicht dem Leistungsdruck ausgesetzt werden. In Waldorschulen gilt der Grundsatz: Leistung ist nicht alles.
Unterricht an Waldorfschulen
Für die jungen Waldorfschüler beginnt der Morgen an der Waldorfschule zumeist mit dem Aufsagen der Morgensprüche. An dem Wochentag ihrer Geburt sollen sie einen Spruch aufsagen, der der Lehrer ihnen zumeist ins Zeugnis geschrieben hat. Dies soll zur Harmonisierung beitragen. Anschließend findet der Hauptunterricht der Waldorfschule (Epochenunterricht) statt. In sogenannten Epochen (eine Epoche dauert vier Wochen) werden täglich zwei Stunden die Hauptfächer unterrichtet. Wichtigstes Lehrmittel sind hierbei die Epochenhefte, in denen die Schüler Texte und Tafelbilder festhalten sollen. Lehrbücher spielen ebenso wie elektronische Medien keine Rolle. Wie an staatlichen Schulen auch findet an Waldorfschulen Frontalunterricht statt.
Nach dem Mittagsgebet und dem anschließenden Mittagessen folgen künstlerische und handwerkliche Unterrichtseinheiten.
Tanz und Musik in der Waldorfschule
Dem Tanz und der Musik kommen in der Waldorfschule eine besondere Rolle hinzu. Tatsächlich gibt es in der Waldorf-Pädagogik für jeden Buchstaben eine tänzerische Geste, so dass die Schüler, wie so oft spöttisch bemerkt wird, ihren Namen tanzen. Aber auch viele streng geregelten Choreografien finden sich im Tanz wieder, ebenso wie bunte Gewänder.
Der Klassenlehrer in der Waldorfschule
Dem Klassenlehrer kommt in der Waldorfschule eine besondere Rolle zu. Er begleitet die Schüler bis zur achten Klasse und somit also bis zum Ende des zweiten Jahrsiebts. Der Klassenlehrer übernimmt den größten Teil des Unterrichts.
Lehrplan an Waldorfschulen
Waldorfschulen haben einen von den staatlichen Schulen abweichenden Lehrplan, der beispielsweise Physik und Chemie erst ab der 8. Klasse vorsieht. Fremdsprachen dagegen (Englisch, Französisch) werden ab der ersten Klasse unterrichtet. Insgesamt ist festzuhalten, dass sich der Unterricht an Waldorfschulen vor allem künstlerisch ausrichtet.
Eine weitere zentrale Rolle nehmen Praktika ein. In den Waldorfschulen gehören Praktika stärker als an staatlichen Schulen zum Lehrplan. In den Praktika sollen die Schüler Fähigkeiten erwerben, die ihnen so in der Schule nicht beigebracht werden.
Organisation der Waldorfschulen
Die Waldorfschulen sind in der Regel Ersatzschulen, also staatlich genehmigte und zu großem Teil aus öffentlichen Mitteln finanzierte Privatschulen. Unter dem Angebot an Waldorfschulen finden sich auch einige Waldorf Internate. Ihrer Struktur nach gleichen Waldorfschulen den Gesamtschulen.
Schulabschlüsse an Waldorfschulen
Nach der 12. Klasse bekommen die Schüler einer Waldorfschule den Realschulabschluss. Bietet die Schule auch eine 13. Klasse an, können die Schüler neben dem Realschulabschluss auch das Abitur erlangen. Besitzt die jeweilige Waldorfschule keine 13. Klasse, muss der Schüler für das erlangen des Abiturs die Schule wechseln.
Leistungsbewertungen an Waldorfschulen
An Waldorfschulen finden Leistungsbewertungen bis zur 10. Klasse nur über ein individuelles Berichtszeugnis statt. Noten gibt es in der Waldorfschule erst ab der 11. Klasse. Auch das Sitzenbleiben ist an Waldorfschulen nicht möglich ebenso wie das Überspringen von Klassen.
Kosten für Waldorfschulen
Waldorfschulen als Ersatzschulen werden zum großen Teil aus öffentlichen Mitteln finanziert. Dennoch müssen Eltern mit durchschnittlich 140 Euro pro Monat rechnen. Das Schulgeld ist jedoch vom Einkommen der Eltern abhängig.
Neben dem Schulgeld fordern einige Waldorschulen auch zusätzlich Aufnahmegebühren oder eine finanzielle Beteiligung an Bauvorhaben.
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