Montessori Pädagogik
Der Montessori Pädagogik zufolge soll der Lehrer den Schüler in seinem Entwicklungsprozess begleiten und zu eigenständigem Lernen anleiten. Den Arbeitsrytmus bestimmen die Schüler dabei selbst, inklusive Pausen und Ruhephasen. Bei mangelnder Motivation oder aber Störungen soll der Lehrer jedoch eingreifen. Oberster Grundsatz der Montessori-Pädagogik besteht in der Hilfe zur Selbsthilfe.
Neben der Pädagogik an sich kommt auch dem Unterrichtsraum und den Materialien eine besondere Bedeutung zu. Sowohl die Materialien als auch der Unterrichtsraum sollen sich am Entwicklungsstand des Kindes orientieren. Die Materialien sollen zudem für alle zugänglich in Augenhöhe bereitgestellt werden. Viele Entwürfe der Materialien sind von Maria Montessori selbst gestaltet worden.
Unterrichtsablauf in den Montessorischulen
Wie bereits erwähnt soll in den Montessorischulen den Schülern die Möglichkeit gegeben werden, eigenständig zu lernen. Hierfür stehen verschiedene Unterrichtsmaterialien der drei Kategorien Schreiben, Lesen und Rechnen zur Verfügung, mit denen jedes Kind für sich oder aber auch mit einem Lernpartner lernen kann. Alle Unterrichtsmaterialien bzw. Lernhilfen stehen nur einmal zur Verfügung, so dass die Kinder sich untereinander absprechen müssen. Dadurch soll ihr soziales Verhalten geprägt werden.
Die Lehrer helfen wenn nötig bei der Auswahl der Lernhilfen und achten zudem darauf, dass die Schüler sich nicht zu einseitig beschäftigen.
Freiarbeit und gemeinschaftlicher Unterricht
Neben der Freiarbeit, wie wir sie bereits beschrieben haben, findet aber auch gemeinschaftlicher Unterricht statt. Doch auch im gemeinschaftlichen Unterricht müssen nicht alle Lehrer dasselbe lernen. Sind einige Schüler beispielsweise noch bei der Addition, können andere sich bereits mit der Subtraktion beschäftigen.
Schulbücher gibt es den Montessorischulen in der Regel erst ab der 3. Klasse. Der Englischunterricht dagegen beginnt meist schon in der 1. Klasse.
Schulabschlüsse an Montessorischulen
Die weiterführenden Montessorischulen ermöglichen in der Regel die gängigen Schulabschlüsse (Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur). In einigen Bundesländern müssen die Schüler die Prüfungen jedoch extern ablegen.
Beurteilung der Montessorischulen / Montessori – Pädagogik
In den Montessorischulen wird den Schülern viel Freiraum geboten. Zudem werden die Entwicklungsphasen der Kinder berücksichtigt. Doch leider werden Leistungsvermögen und Wissensstand der Schüler von einigen Arbeitgebern als geringfügiger als bei Schülern von „normaler“ Schulen angesehen. Somit ergibt sich unter Umständen eine Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt.
Eine weitere Schwäche einiger Montessorischulen liegt darin, dass vor allem Eltern verhaltensauffälliger Schüler überdurchschnittlich häufig den Besuch einer Montessorischule für ihre Kinder erwägen. Dabei ist anzumerken, dass Montessorischulen keine Förderschulen sind und als sich selbst nicht als solche sehen. Bei Lernschwächen müssen sich Eltern dementsprechend auch selber um weitere Unterstützung kümmern.
Insgesamt werden die Montessorischulen auch heute noch umstritten betrachtet. Einige Erziehungswissenschaftler halten die Montessori Pädagogik inzwischen für veraltet.
Kosten für Montessorischulen
Montessorischulen erheben ein Schulgeld. Die Höhe des Schulgeldes beträgt in der Regel zwischen 100 und 300 Euro. Zudem verlangen manche Schulen zusätzlich eine Aufnahmegebühr oder jährliche Schulstartgelder.
Unter den etwa 400 Montessorischulen in Deutschland gibt es auch einige konfessionelle Montessorischulen, die zum Teil kostenlos sind oder aber nur ein sehr geringes Schulgeld verlangen.
Für besonders begabte Kinder und bedürftige Familien stehen in der Regel Stipendien zur Verfügung.
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